Restaurierung und Konservierung


Restaurieren und Konservieren - die Anwendung der Theorie am Objekt




Der gesamte Lehrbereich der Theorie ist die Basis für die restauratorische Tätigkeit am Objekt.
Allerdings garantiert das Wissen um Materialbeschaffenheiten und Fertigungs- bzw. Dekorationstechniken sowie eine korrekte restaurierungsethische Entscheidung allein noch kein gutes restauratorisches Resultat.

Zum erfolgreichen, d.h. richtigen Verwirklichen aller fachlichen Überlegungen zum Objekt sind gute manuelle Fertigkeiten vonnöten, welche der angehende Restaurator nur durch praktische Übung, d.h. wiederholtes Ausführen der geforderten Arbeiten unter Anleitung, erlangen kann.
Die zweite wichtige Voraussetzung ist das Sammeln eines Erfahrungsschatzes an bereits eigenhändig ausgeführten Arbeiten, die nicht immer in den Routinebereich fallen, aber dennoch beherrscht werden müssen. Das praktische Können und die Sicherheit im Umgang mit Werkzeug und Materialien spielt bei der Qualität einer Restaurierung eine sehr große Rolle. Dies gilt nicht allein für Arbeiten im Bereich der Rekonstruktion und Ergänzung, sondern auch für das routinierte und sichere Durchführen von Untersuchungen aller Art am Objekt.




Zum Erlernen der notwendigen Fertigkeiten und Techniken, die in dieser Zusammenstellung oft nicht (mehr) beherrscht werden, stellen die Studierenden im ersten Studienjahr in der Praxis Übungsobjekte in unterschiedlichen Dekorationstechniken wie Fassen, Vergolden, Einlegen und Schnitzen her.

In diese Arbeiten werden dann am Ende des ersten Ausbildungsjahres Schäden eingebracht, die es übungshalber zu restaurieren gilt.

Jeder Studierende restauriert im Laufe der nächsten beiden Ausbildungsjahre mindestens ein Möbel komplett, macht sich im Zuge der Restaurierung mindestens eines farbig gefassten Objekts mit den Eigenschaften polychromer Oberflächen vertraut, und baut in einer vierwöchigen Übung ein historisches Möbelschloss nach.

Von der Annahme des Objekts in den Werkstätten bis zur Auslieferung werden die Studierenden bei allen Schritten betreut und unterwiesen; dies dient nicht allein der Kontrolle, sondern auch dem Ziel, die Studierenden zu selbstständigem, verantwortungsbewusstem Handeln anzuhalten.

Jedes Objekt stellt eine neue Herausforderung für den Restaurator dar, weshalb Erlerntes nicht schematisch von einem Fall auf den anderen übertragen werden kann.

Bereits in der Ausbildung sollen die Studierenden ihre Restaurierungsarbeit in relativer Selbstständigkeit ausführen, um eine eigenständige Herangehensweise an das Objekt zu erlernen und die jeweilige Problemlösung selbst zu erarbeiten.
Dabei ist natürlich auch dieser Ausbildungsbereich nicht frei von theoretischen Überlegungen, zu welchen vor allem die Besprechung der Restaurierungskonzepte gehört, in welchen die restauratorischen Zielsetzungen und Maßnahmen für das jeweilige Objekt festgelegt werden, nach Maßgabe dessen, was vorbereitende technische Untersuchungen ergeben haben.

Auch die notwendigen kunsthistorischen Recherchen für eventuell anfallende Rekonstruktionen fallen in diesen Arbeitsbereich.

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