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Die Restaurierung des Nikolaus-Gaetke-Gestühls in Breslau

(Fortsetzung)
 
Das Gestühl wurde demontiert und im Seitenschiff der Kirche aufgestellt, um es bis zur Beseitigung der Feuchtigkeitsquellen im Wandbereich vor weiterer Zerstörung durch Mauerfeuchte zu schützen.

Ein überraschender Fund kam bei den Arbeiten zutage: Eine fehlende hölzerne Rosette, die ursprünglich als Schlussstein des Gewölbes diente, wurde an einem bisher unzugänglichen Ort in der Krypta gefunden, wo sie wahrscheinlich schon sehr lange eingelagert und in Vergessenheit geraten war.
           

2008 ging das Projekt in seine dritte Phase. Auf Basis der Vorarbeiten und ausgewerteten Untersuchungsergebnisse - die Unterlagen wurden in der jeweiligen Landessprache erstellt, Zusammenfassungen wurden in die jeweils andere Sprache übersetzt - waren die anstehenden Arbeiten gut vorbereitet.

Im Goering Institut vorbereitete Elemente zur Rekonstruktion des Baldachins wurden an das Gestühl angepasst und zur Probe montiert. Die Restaurierungen der Rosetten und der Außentür wurden abgeschlossen. Nach zurückhaltender Farbretusche wurden beide Rosetten wieder im Gewölbe montiert. Im Bereich der Wand, des Fußbodens und der Epitaphien wurde mit der Freilegung begonnen. Der den originalen Fußboden überdeckende Estrich musste in Teilbereichen entfernt werden. An den Epitaphien wurde mit der Freilegung der originalen Fassung begonnen.

            Im Herbst 2009 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden, so dass das Gestühl mit rekonstruiertem Baldachin und Buchablage in der Gaetke - Kapelle zusammen mit Epitaphien und Boden jetzt wieder ein historisch und ästhetisch schlüssiges Bild ergibt.

Für die zahlreichen Besucher der Kirche aus dem In- und Ausland sind zweisprachige Informationstafeln aufgestellt, auf denen Zweck und Fortgang der Restaurierung vorgestellt werden.

Ermöglicht wurde das Projekt mit der Förderung des Kulturreferenten der Stiftung Schlesisches Museum Görlitz durch eine Bundeszuwendung und die Bewilligung von Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Ebenso beteiligt ist die Kirchengemeinde der Elisabethkirche Breslau. Aber nur mit der Förderung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Referat K 45 "Förderung deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa" ist die Realisation letztlich ermöglicht worden.

Alle Maßnahmen wurden in enger Kooperation mit der Stadt- und Landesdenkmalpflege durchgeführt.

Aber nicht nur deutsch-polnisches Erbe zu bewahren, sondern es auch zu erneuern und mit Leben zu erfüllen war die Aufgabe, die sich die Menschen gesetzt hatten:

In allen Projektwochen erfolgte über die Jahre hinweg durch die enge Zusammenarbeit und den regelmäßigen, täglichen Austausch der Gruppen untereinander sowie durch gemeinsame Exkursionen und Abende ein intensiver Kontakt zwischen deutschen und polnischen Teilnehmern. So diente der Einsatz mit Studenten aus Thorn und München ganz pragmatisch der Völker verbindenden Verständigung.


Autor: Joachim Dramm

 
 
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