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Möbelkunde
Möbelkunde – ein spezielles Gebiet der Kunstgeschichte
Sich Klarheit über den Gegenstand zu verschaffen,
den man sich zu behandeln anschickt – dies ist der Ausgangspunkt
für die späteren Überlegungen, wie denn restauratorisch
vorzugehen sei. Fundierte kunstgeschichtliche Kenntnisse verhindern manchen
Irrtum und helfen, die Besonderheiten eines Möbels zu erkennen und
es historisch und regional richtig einzuordnen. Auch bei der Beurteilung
einzelner Elemente eines Möbels ist es hilfreich, einen Überblick
über das Möbelwerk zu haben. So lassen sich z. B. Hinzufügungen,
Verluste oder falsche Ergänzungen zuverlässiger erkennen, wenn
sich zur Detailkenntnis in Fragen von Material und Technik auch ein solides
Wissen zum jeweiligen Stil und seinen regional unterschiedlichen Ausformungen
gesellt. Die Spezialisierung der Kunstgeschichte auf einen kunstgewerblichen Zweig wie die Möbelkunde bedeutet zum einen die unterschiedliche Betonung der einzelnen kunstgeschichtlichen Bereiche, wie z.B. die Ornamentkunde, aber vor allem historische Haus- und Raumgestaltungen, auch die der baulichen Teile, wie Vertäfelungen, Fußböden etc., sowie die textile Ausstattung. |
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5-teiliger
2-geschossiger Schrank, sog. Dürerschrank, wohl Nürnberg um 1510/20. Schnitzereien nach Dürer, Cranach und Moderno. Sockel ergänzt. 248 x 194 x 57 cm. Wartburg bei Eisenach. |
| Zum anderen bedeutet diese Spezialisierung die Auswahl von Sonderthemen,
wie die Abfolge der in den unterschiedlichen Epochen verwendeten Materialien
und Dekorationstechniken. In letzterem Punkt berührt die Kunstgeschichte das Gebiet der Fachtechnologie, die ebenfalls die unterschiedlichen Techniken behandelt. Hier gilt es jedoch, diese Techniken als Charakteristika für eine bestimmte Epoche in einer bestimmten Region festzuhalten. |
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Coiffeuse mit Stuhl,
sign. BILLING A PARIS. Datiert 1912, Paris. Coiffeuse 110 x 54 x 146 cm; Stuhl 52 x 48 x 93 cm. |
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Zu diesem Thema gehört auch der technische Fortschritt,
in dessen Verlauf sich die Herstellungsweise der Möbel verändert;
auch dies ist verwandt mit dem entsprechenden Lehrgebiet der Fachtechnologie.
Kulturhistorische Gegebenheiten, unter welchen die Objekte entstanden,
wie z.B. Bedingungen in einer höfischen Manufaktur oder die jeweils
herrschenden Zunftbestimmungen etc. sind ebenfalls bestimmend für
das Erscheinungsbild der Möbel. Aufschlussreich für die Identifikation
von Ausstattungsgegenständen sind auch Quellenschriften, wie Zunftakten
und Inventare, sowie die an einem Möbel eventuell vorhandenen Marken,
aus welchen sich der ehemalige Standort des Objekts oder aber auch sein
Verfertiger ablesen lassen. |